Praktische Überlegungen zur Energieeffizienz

Aus Planungskompendium Energieverteilung

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Obwohl es aktuell möglich ist, Energieeinsparungen von bis zu 30 % zu erreichen, kann dieses Einsparpotential nur in Bezug auf die Unterschiede zwischen aktiven und passiven Formen der Energieeffizienz erklärt werden.

Aktive und passive Energieeffizienz

Passive Energieeffizienz wird beispielswiese durch Maßnahmen zur Reduzierung von Wärmeverlusten und durch den Einsatz von energieeffizienter (verlustarmer) Ausrüstung erreicht.

Aktive Energieeffizienz wird durch eine Infrastruktur zur Messung, Überwachung und Steuerung des Energieverbrauchs mit dem Ziel nachhaltiger Verbesserungen erreicht (siehe Abb. K6).

Abb. K6Energieeffizienzlösungen auf Basis des Lebenszyklus, iterativer Prozess eines Energieeffizienz Management Systems (EEMS)

Durch die Umsetzung einer passiven Energieeffizienz können leicht Einsparungen von 5 % bis 15 % erreicht werden. Zu den typischen Maßnahmen gehören die Außer­betriebnahme redundanter Systeme, sofern es die Betriebssicherheit erlaubt, die Verwendung von Hochleistungsmotoren und der Einsatz Energieeffizienter Leuchtmittel. Durch die Umsetzung aktiver Energieeffizienzmaßnahmen können sogar noch höhere Einsparungen erreicht werden. Typisch:

  • Bis zu 40 % an Energie für Motoren durch Nutzung von Frequenzumrichtern, um Antriebe geregelt hochzufahren und im optimalen Arbeitspunkt zu betreiben.
  • Bis zu 30 % bei Beleuchtung durch die Einführung einer automatisierten Beleuchtungssteuerung auf Basis der optimalen Nutzung

Die aktive Energieeffizienz setzt keine bereits installierten, hochenergieeffizienten Geräte und Systeme voraus, da der Ansatz auf alle Arten von Geräten angewendet werden kann. Ein gutes Management ist ausschlaggebend für eine maximale Effizienz. Energiesparlampen machen keinen Sinn, wenn sie in leeren Räumen permanent leuchten und Energie verschwenden!

Es muss allerdings beachtet werden, dass diese Einsparungen aufgrund folgender Faktoren verloren gehen können:

  • Ungeplante Ausfallzeiten, die Systeme und Prozesse beeinflussen
  • Fehlende Automatisierungs-/Anpassungsmöglichkeiten (Motoren, Heizung)
  • Nichtdurchsetzung von Energiesparmaßnahmen zu allen Zeiten

Wird das elektrische Netz des Betreibers aufgrund der eingeschlossenen Aktivitäten zudem regelmäßigen Änderungen unterzogen, sollten diese Änderungen außerdem eine Suche nach sofortigen, wesentlichen Optimierungsmaßnahmen einleiten.

Bei Ansätzen zur Energieeffizienz müssen auch andere Parameter (Temperatur, Licht, Druck etc.) berücksichtigt werden, da die von einem Gerät verbrauchte Energie die dabei erzeugte Nutzenergie auch überschreiten kann. Dabei geht man davon aus, dass Energie ohne Verluste umgewandelt wird. Ein Beispiel hierfür ist ein Motor, der die verbrauchte Energie in Wärme und mechanische Energie umwandelt.